BLAZING TAHO




Blazing Taho (Herr Rot)
„Ist da ein Pudel drin?“ – „Nein, das ist ein reinrassiger Chesapeake Bay Retriever.“ – „Ein was?“ – „Ein Chesapeake Bay Retriever.“ – „Ach so. Ein Labrador.“ – „So ähnlich.“ – „Dann ist da kein Pudel drin?“ – „Nein.“
Taho – ein typischer Chessie
Loyal und verschmust
Der kleine Racker lebte sich schnell in seinem neuen Rudel ein. Er hatte jetzt sein eigenes Bett, seinen eigenen Menschen und vor allem sein persönliches Highlight: eine eigene Kudde.
Stubenrein war er schon nach kurzer Zeit, auch nachts. Ausschlafen gehört bis heute zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Bevor der Tag richtig beginnt, werden erst noch ein paar Schmuseeinheiten eingefordert oder eine kleine Rauferei im Bett gestartet.
Wäre da nur nicht dieser mürrische alte Kater, der ihm jedes Mal eine auf die Nase gibt, wenn er spielen möchte. Doch auch dessen Herz eroberte Taho schließlich im Sturm. Respekt hat der Kater vor ihm zwar bis heute nicht; stattdessen lässt er Seine Majestät Kater großzügig in dem Glauben, weiterhin der Boss zu sein, putzt ihn und schlichtet bei Bedarf sogar Streitigkeiten zwischen ihm und der ebenfalls im Haus lebenden Katze.
Eine wilde Urnatur
Von null auf hundert in Sekundenbruchteilen: Taho liebt Bewegung und Action. Je schneller, desto besser. Das bedeutete anfangs allerdings auch, bergab eher zu kugeln als zu laufen oder Mensch und Hund voller Begeisterung über den Haufen zu rennen.
Eine Gangschaltung scheint ihm ebenso zu fehlen wie ein Ausknopf. Sein Motto lautet eindeutig: Vollgas bis zum Umfallen.
Die Aussage „Kein Problem, meiner ist auch wild!“ führte bei Hundebegegnungen regelmäßig zu kurzer Ernüchterung. Nach etwa dreißig Sekunden war meist klar, dass Taho das Wort „wild“ noch einmal ganz neu definiert. Wild, wilder, am wildesten – Chessie.
Ein Arbeitstier
Taho lernt schnell und arbeitet für sein Leben gern. Ob Gehorsamstraining, Dummyarbeit oder andere Aufgaben: Wenn er versteht, was von ihm erwartet wird, ist er mit Begeisterung dabei und gibt alles.
Besonders schön ist dabei zu beobachten, wie stolz er wirkt, wenn ihm etwas wirklich gut gelungen ist. Natürlich legt er dann auch Wert auf eine angemessene Belohnung.
Korrekturen nimmt er nicht immer sofort gelassen an. Dann zeigt er durchaus seinen eigenen Kopf und erinnert seine Menschen gelegentlich daran, dass gerade ein Chesapeake Bay Retriever eine Meinung haben kann.
Oder steckt mental doch ein Pudel drin?
Treppen hinunterzugehen hat Taho lange konsequent verweigert. Leckerchen auf den Stufen konnten ihn ebenso wenig überzeugen wie gutes Zureden. Erst als er die 25-Kilo-Marke überschritten hatte und Tragen offenbar keine sichere Lösung mehr war, beschloss er von heute auf morgen, dass Treppen eigentlich gar kein Problem sind.
Wasser liebt er seit Welpenbeinen. Schwimmen dagegen hielt er lange für eine fragwürdige Idee. Bis zu seinem ersten Geburtstag bestand ein Spaziergang am Wasser vor allem daraus, regelmäßig zu überprüfen, wie weit man noch stehen kann. Reinspringen? Lieber nicht. Schwimmen? Auf keinen Fall.
Und dann, ganz plötzlich, schwamm er einfach los. Als hätte es seine Skepsis nie gegeben.
Genau so ist Taho. Manchmal braucht er etwas Zeit, um neue Dinge für sich einzuordnen. Hat er sich jedoch entschieden, dann macht er sie mit voller Überzeugung und einer Begeisterung, die jeden Zweifel vergessen lässt.
Und spätestens dann wird klar: Nein, da steckt kein Pudel drin. Taho ist und bleibt ein waschechter Chessie.
